Wolfgang-Koeppen-Stiftung

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Die konstituierende Vorstandssitzung
der Wolfgang-Koeppen-Stiftung

Am 10. Juli 2000 trafen sich die Vorstandsmitglieder Günter Grass, Peter Rühmkorf, Ingo Schramm und Christine Becker zusammen mit Gästen zur konstituierenden Sitzung in Lübeck.

Wie im Stiftungsgeschäft festgehalten, wurde Günter Grass zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt sowie Peter Rühmkorf zu seinem Stellvertreter. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist, so wurde festgehalten, könnte der Vorsitz von den jüngeren Vorstandsmitgliedern Ingo Schramm und Christine Becker übernommen werden.

Im Folgenden wurde der Vorstand über die Anlage des Stiftungskapitals bei der "Sparkasse zu Lübeck" informiert. Wie für Stiftungsvermögen vorgeschrieben, wurde dabei auf ein geringes Anlagerisiko Wert gelegt. Neben den Zinserträgen aus dem Stiftungskapital wird die Stiftung in Zukunft auch Spenden zur Finanzierung ihrer Aktivitäten benötigen. Daher wurden während der Sitzung Namen potentieller Geldgeber - Personen wie Institutionen - gesammelt und eine Spendenbriefaktion beschlossen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde im Wesentlichen über die Betätigungs-
möglichkeiten der Stiftung diskutiert.

Ute und Günter Grass, Christine Becker Ute und Günter Grass, Christine Becker

Zunächst beschloss der Vorstand, eine Internetseite einzurichten, dabei wurde besonders an jüngere Netzbenutzer gedacht, denen der Autor Wolfgang Koeppen noch nahezubringen wäre. Ingo Schramm erkärte sich bereit, die Website aufzubauen und zu pflegen. Günter Grass berichtete von seinem Besuch in Koeppens Geburtsstadt Greifswald, wo er als Vertreter der Stiftung eine Vereinbarung mitunterzeichnete. Diese sieht vor, das Geburtshaus Wolfgang Koeppens in ein "Literaturhaus Vorpommern" umzuwandeln.

Der Stiftungsvorstand wurde sich einig darüber, daß es Aufgabe der Stiftung sei, in der Zukunft Beiträge zum literarischen Angebot des Wolfgang-Koeppen-Hauses zu leisten. Da laut Satzung als Stiftungszweck auch die Förderung von Gegenwartsliteratur vorgesehen ist, um so die "Tradition der Moderne fortzusetzen", wurden entsprechende Projekte diskutiert.

Ein Erfahrungsaustausch zwischen jungen Schriftstellern und jungen Steuerberatern wurde von Günter Grass ins Auge gefaßt, um so - im Sinne Wolfgang Koeppens - zur praktischen Auseinandersetzung mit der Gesellschaft anzuregen. Zugleich schlug der Nobelpreisträger vor, "eine Brücke" von Greifswald nach Stettin, der Geburtsstadt Döblins, zu schlagen. Grenzübergreifende literarische Projekte sollten gefördert werden.

Ingo Schramm schlug ein gemeinsames Projekt mit der "Gruppe der 13" vor. Diese sich dynamisch erneuernde Gruppe junger Autoren verleiht aus eigenen Mitteln zweijährlich einen Preis an andere Autoren.

Peter Rühmkorf, Ingo Schramm Peter Rühmkorf, Ingo Schramm

Da Koeppens Literatur eine sich mit der Gesellschaft auseinandersetzende ist, gab Günter Grass zu bedenken, daß besonders solche Literatur gefördert werden sollte, die sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit beschäftigt. In diesem Zusammenhang regte Ingo Schramm ein Treffen von Autoren an, die sich über ihre Literatur hinaus mit der Wirklichkeit unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Es wurde daraufhin erwogen, entsprechende Autoren zu Vorträgen und Diskussionen einzuladen.

Das Werk des Schriftstellers Wolfgang Koeppen in Erinnerung zu halten ist als Stiftungszweck in der Satzung festgeschrieben. Christine Becker erklärte in diesem Zusammenhang, Erinnerung könne nur dort wachgehalten werden, wo sie vorhanden sei. Vielen jüngeren Lesern jedoch ist Wolfgang Koeppen noch unbekannt. Sein Werk Schülern und Jugendlichen nahezubringen wäre eine Aufgabe der Stiftung.

Peter Rühmkorf schlug einen Lesewettbewerb unter Schülern vor. Diese Idee wurde von allen Anwesenden positiv aufgenommen und variiert.

Nach insgesamt fünfstündiger Diskussion wurde die Sitzung in gutem Einvernehmen geschlossen.

Das Protokoll der Sitzung führte Hilke Ohsoling (Sekretariat Günter Grass), auf dessen Grundlage dieser Text entstand.

 

Text von
Christine Becker

Fotos von
Hilke Ohsoling